Startschuss für die Beschneiung in Willingen

schneekanone
Der Speicherteich auf dem Ettelsberg mit einem Fassungsvermögen von 52.000 Kubikmetern wird wohl zum Start der neuen Beschneiungsanlage nicht komplett fertig gestellt werden können. Paradoxerweise haben die natürlichen Schneefälle den Planern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dennoch ist das Fassungsvermögen ausreichend, um bei kalten Temperaturen für eine geschlossene Schneedecke auf den Pisten zu sorgen. Am Freitag, 7. Dezember 2007 wird die Anlage ihrer Bestimmung offiziell übergeben.
Mehr als 50 Schnee-Erzeuger sollen im kommenden Winter in Willingen auf einer Gesamtlnge von sieben Kilometern fr Pistenspa sorgen, auch wenn die Flocken nicht so reichlich vom Himmel fallen. Dafr wurden unter anderem mehr als acht Kilometer Grben fr Wasserleitungen und Kabel ausgehoben, fnf neue Trafostationen gebaut, 104 Wasserentnahmestellen angelegt und ber 70 Kilometer Kabel verlegt. Innerhalb von 50 Stunden wird der Viessmann Winterpark Willingen fr die Wintersportler zum Skiparadies. Dafr wurden Investitionen in Hhe von rund elf Millionen Euro gettigt.Der technisch erzeugte Schnee wird aus reinem, klarem Quellwasser, das aus der Hoppecke zum Speichersee gepumpt wird, produziert und enthlt keinerlei unnatrliche Zustze. Wurden frher lediglich Liftspuren oder Abschnitte mit dnner Schneeauflage beschneit, so werden heute ganze Skigebiete technisch mit Schnee versorgt. Die ideale Temperatur fr den Beginn der Produktion liegt bei minus vier Grad. Zwar knnen die Beschneiungsanlagen in Abhngigkeit von der Luftfeuchtigkeit bereits bei minus zwei Grad in Betrieb gehen, arbeiten dann aber nicht so effektiv. Bei besonders trockener Luft knnen sogar bereits bei Temperaturen von knapp unter Null Grad feine Schneekristalle zu Boden rieseln. Ihre optimale Leistung bringen die Schnee-Erzeuger bei unter minus zehn Grad. Die Schneeproduktion funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip. In der Natur fllt ein Wassertropfen aus groer Hhe zu Boden und hat somit viel Zeit, zu gefrieren. Je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur kristallisieren die Wassertropfen anders. So kommen die unterschiedlichen Flocken zustande. Nach genau diesen physikalischen Gesetzen funktioniert auch die technische Beschneiung. Klares Wasser wird mittels einer Turbine durch eine Dse gedrckt und zerstubt. Whrend die feinen Wassertropfen zu Boden rieseln, gefrieren sie. Technisch erzeugter Schnee ist also absolut mit Naturschnee vergleichbar. Durch die feinstufige Abstimmung der Dsen entsteht Schnee in mehreren Qualitten. Im Gegensatz zu Naturschnee kann auch bei wechselnden Wetterverhltnissen die Schneequalitt auf diese Weise konstant gehalten werden. Im Unterschied zu den Schneeflocken, die vom Himmel fallen, legen die Wassertropfen aus der Beschneiungsanlage einen viel krzeren Weg zurck. Darum sind die Schneekristalle grer. Die Schneeschicht wird deshalb viel kompakter und braucht beim Prparieren der Pisten nicht mehr so stark verdichtet werden. Eine Schneehhe von 20 Zentimeter technisch erzeugtem Schnee entspricht einer 50 bis 60 Zentimeter dicken Naturschneedecke. In Willingen sollen die Pisten mit einer Schneehhe von 35 Zentimetern bedeckt werden.Schnee-Erzeuger produzieren Schnee auf ganz natrliche Weise, aus Wasser und Luft mit Hilfe elektrische Energie. Um den Energiebedarf zu beurteilen, kann man einen ganz einfachen Vergleich aufstellen. Um eine 40 Meter breite und etwa einen Kilometer lange Skipiste zu beschneien, werden pro Saison etwa 37.000 Kilowattstunden Strom bentigt. Fr den Betrieb einer ffentlichen Sauna werden 350.000, fr den einer Eislaufhalle werden 1.300.000 Kilowattstunden bentigt. Einem ungetrbten Wintersportspa steht im Viessmann Winterpark Willingen nichts mehr entgegen. Bleibt zu hoffen, dass es auch kalt genug wird, um zur Premieren-Saison an den Wilddiebliften, der Seilbahn, am Khlerhagen, am Ritzhagen, am Sonnelift sowie an den Verbindungs- und bungsliften sicher den Hang hinunter zu kommen. Ski Heil!