Politiker im Porträt – Friedrich Wilke (FWG)

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Unsere Serie Politiker im Porträt setzen wir auch im neuen Jahr fort. Den Anfang macht der Usselner Kommunalpolitiker Friedrich Wilke von der Freien Wählergemeinschaft, FWG Willingen (Upland). Der verheirate Familienvater von drei Töchtern ist bei der EWF (Energie Waldeck-Frankenberg) als Elektroingenieur für den Bereich der Technische Dienste verantwortlich. Seine Aufgabenbereiche umfassen die Planung, Netzdokumentation, Gebäudewirtschaft, Fuhrpark und Wasserschutzgebiete. In seiner Freizeit hilft er im elterlichen Betrieb, der Wilke-Mühle mit und ist vielseitig ehrenamtlich engagiert. Als Vorsitzender des Usselner Kur- und Verkehrsvereins und als Mitglied der Fremdenverkehrskommission hat er einen idealen Einblick in die touristischen Geschehnisse der Uplandgemeinde. An seinem Lieblingshausberg, dem Osterkopf dreht er gerne eine Runde mit dem Mountainbike oder betreibt Nordic Walking. Im vergangen Jahr wurde der 42jährige Schützenkaiser - ein absolutes Highlight, wie er stolz berichtet.
Politisch engagiert ist er seit vielen Jahren als Mitglied im Ortsbeirat. In der letzten Legislaturperiode ist er als Nachrücker in das Upländer Parlament eingezogen. Er ist Fraktionsvorsitzender der FWG und Vorsitzender des Ortsverbandes und versucht dabei seine Philosophie einer Politik mit der richtigen Balance zwischen Realität und Visionen umzusetzen.

? Das Jahr 2007 ist zu Ende. Was war in Ihren Augen das wichtigste kommunalpolitische Ereignis des Jahres?
! „Highlight war natürlich die künstliche Beschneiungsanlage. Hier gebührt auch den Liftbetreibern ein großes Lob. Als Fraktion haben wir uns dem immer positiv gegenüber gestellt. Ich denke aber, die Betreiber werden in Zukunft stärker in der Verantwortung stehen. Hier ist ein ökonomisches Miteinander wichtig. Die Gemeinde hat mit der Infrastruktur die Basis geschaffen, sollte sich aber nur als Anschieber verstehen. Wenn der Zug aber läuft, hat sich die Politik herauszuhalten. Nach Ablauf der Verträge, die jetzt eine Laufzeit von 15 Jahren haben, sollte das Eigentum auf die Liftbetreiber übertragen werden, so dass der Gemeinde keine Personal- und Kostenverpflichtung mehr entstehen. Außerdem ist für die zukünftige erfolgreiche Zusammenarbeit der Betreiber- oder Liftgesellschaften ein Wassermanagement zu vereinbaren. Wenn beispielsweise nur noch 10.000 Kubikmeter Wasser im Schneiteich zur Verfügung stehen, wer entscheidet dann, welcher Hang beschneit wird?“

? Welchen Stellenwert hat Ihrer Meinung nach die Fremdenverkehrskommission? Sie sind als „sachkundiger Bürger“ Mitglied dieses Gremiums.
! „Leider sind nicht alle Vorsitzenden der örtlichen Verkehrsvereine nicht in dieser Kommission. Das ist sehr schade, da meiner Meinung nach, auch die kleineren Orte, alle zur unseren Ferienregion Willingen (Upland) gehören und ein Mitspracherecht haben müssten. Insgesamt hätte ich mir nach vielen guten Ideen auch mehr Ergebnisse von diesem Gremium gewünscht. Aber wenn man sich nur einmal Mal im Jahr trifft, ist dies zu wenig.“

? Was macht FWG-Politik für Sie und speziell für das Upland aus?
! „Wir verstehen uns nicht als Partei. Bei uns steht Sachorientiertheit und Unabhängigkeit im Vordergrund. Das ist auch der Grund warum ich mich hier engagiere. Wir hängen nicht an Weisungen aus Berlin oder Wiesbaden. Wir wollen Politik für das Upland machen.“ ? Am 27. Januar 2008 wird in Hessen gewählt. Der Wahlkampf ist in der heißen Phase. Die FWG kandidiert seit langer Zeit wieder auf Landesebene. Eine Entschluss, der auch von der Kreis FWG stark kritisiert wurde und dagegen ausgesprochen. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? ! „Wir haben gar nicht die Strukturen um einen landesweiten Wahlkampf zu betreiben, weil wir mehr den kommunalen Blickwinkel haben, der im Kreistag sein Spiegelbild wieder findet. Die Teilnahme an der Landtagswahl hat aber auch ihre Reize, weil man an der Spitze wiederum manche Dinge in bestimmte Richtungen lenken kann, dazu gehört auch Lobbyarbeit. Aber dafür fehlt uns die Basis. Die Entscheidung kam vielleicht zu früh.“

? Wagen Sie mal eine Prognose: Wie sieht die Landesregierung nach der Wahl aus?
! „Ich glaube, dass für die CDU keine eindeutige Mehrheit mehr zustande bekommt. Es könnte wieder auf eine Koalition zwischen CDU und FDP hinauslaufen. Es ist aber auch eine große Koalition vorstellbar. Aber hierzu möchte ich jetzt nicht weiter spekulieren. Man muss das Ergebnis einfach abwarten.“

? Warum sollte sich mehr mit Bürger kommunalpolitisch einsetzen?
! „Wer in der Gemeinschaft etwas erreichen möchte darf nicht nur fordern, sondern muss auch bereit sein für die Gemeinschaft einzustehen und seine Leistung einbringen. Hier ist das Ziel eine aktive Bürgergesellschaft zu fördern. Das habe ich immer gern gemacht, zum Beispiel auch damals als Vorsitzender des Burschenclubs.“

? Wie ist Ihre Meinung zum Thema Clubtourismus? Ein Arbeitskreis hat Vorschläge und Richtlinien erarbeitet, wie die negativen Begleiterscheinungen in den Griff zu bekommen sind.
! „Der Clubtourismus wurde von der Gemeinde nie beworben. Weil aber das Angebot vor Ort stimmt, haben wir ihn bekommen. Links liegen lassen können wir diese Gäste nicht, denn der Übergang zum Tagungs- oder Gesundheitstourismus kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Ich würde versuchen den Clubtourismus mit Programmen mehr zu lenken, den Gästen mit Pauschalen inklusive Rahmenprogramm mehr Möglichkeiten zu bieten. Hier sind auch die Gastgeber in der Pflicht, im Rahmen eines qualitativen Gruppentourismus mit besonderen Vorteilen zu locken. Das ist eine Alternative, wie man die Spreu vom Weizen trennen könnte. Wir müssen insgesamt versuchen vom Erlebnis- zum Wohlfühltourismus zu kommen, das gilt auch für Bus- und Gruppenreisen. Hier ist vieles positiv auszubauen.“

? Welchen Traum möchten Sie gern im Upland verwirklicht sehen?
! „Dass wir es neben dem Tourismus schaffen, auch genügend hochwertige Arbeitplätze in anderen Bereichen zur Verfügung zu stellen, um das Upland als Lebensmittelpunkt für die Bürger interessanter und lebenswerter zu machen!“

? Was sind Ihre guten Vorsätze für das neue Jahr 2008?
! „Ich hoffe, dass ich es schaffe neben meinen vielen Tätigkeiten noch genügend Zeit für meine Familie zu haben.“