Grenzübergreifende Kooperationen nicht nur im Sport

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Eliteschule des Sports zeigt: Landesgrenze ist keine Handlungsgrenze Zu einer aufschlussreichen Gesprächsrunde hat der Kreisbeigeordnete des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Otto Wilke, ins Willinger Rathaus eingeladen. Thema war die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen im Sport, zu der er auch den Innen- und Sportminister von Nordrhein-Westfalen, Dr. Ingo Wolf, begrüßen durfte.
Gro war die Freude am Ende des letzten Jahres, als die Schulen in Winterberg und Willingen den Status Eliteschule des Sports durch den Deutschen Olympischen Sportbund verliehen bekamen. Die Besonderheit dabei ist, dass es sich bei dem Zusammenschluss der Uplandschule Willingen und dem Geschwister Scholl-Gymnasium in Winterberg um die einzige grenzbergreifende der aktuellen 39 bundesweiten Eliteschulen handelt. Otto Wilke sieht die Grenze dabei nicht als Risiko, sondern als Chance der Zusammenarbeit, in deren Addition beide Seiten profitieren. Willingens Brgermeister Thomas Trachte verwies auf weitere Projekte, die in der Vergangenheit gemeinsam auf den Weg gebracht wurden. Neben der Eliteschule des Sports sind dies der gemeinsame Bundessttzpunkt im Skisport, der Bergwanderpark Hochsauerland, die neue Gesundheitsregion Sauerland oder die Zusammenarbeit der Naturparks. Landesgrenzen spielen hierbei keine Rolle, da man sich einig ist, dass die Region nur dank der Bndelung der Ressourcen und durch ein starkes gemeinsames Auftreten bestehen kann. Ein hnliches Beispiel aus dem Bereich privater Initiativen ist die Wintersportarena Sauerland. Die Landesgrenze ist keine Handlungsgrenze, resmierte Trachte.Zentrales Thema der Runde, der weiter Erster Kreisbeigeordneter und Sportdezernent Peter Niederstraer, der sportpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion/NRW, Christof Rasche, Hans-Martin Storck, der Leiter des Olympiasttzpunktes Westfalen, Norbert Volkwein als Schulleiter der Uplandschule, die SCW-Vorsitzenden Walter Frosch und Christian Trgeler, der vom Deutschen Skiverband eingesetzte Bundessttzpunktleiter Nachwuchs, Thomas Grellmann, und der dem FDP-Landesfachausschuss Sport angehrende Sportlehrer Dieter Schtz beiwohnten, war die Ernennung zur Eliteschule des Sports Winterberg/Willingen.Ziel der Eliteschule sei es, die Nachteile der Spitzensportler auszugleichen, die durch die Doppelbelastung von Schule und Sport entstehen, betonte Olympiasttzpunktleiter Storck. Schulleiter Norbert Volkwein verwies darauf, dass nicht nur die gefrderten Leistungssportler von dem System profitieren, sondern allen Schlern die Synergieeffekte zugute kommen. Gleichzeitig forderte er die Politik auf, die Schulzeitverkrzung, G8 noch einmal zu berdenken, da die hohe Stundenzahl in der Mittelstufe fr die Leistungssportler nur mit sehr hohem Aufwand zu bewltigen sei. Aber auch den anderen Schler msse Zeit fr den Breitensport gegeben werden. Auch aus diesem Grund besteht ebenfalls eine Kooperation mit dem TV Jahn Willingen.Einig waren sich die Gesprchsteilnehmer darber, dass der Breitensport vom Leistungssport profitiert. NRW-Innen- und Sportminister Dr. Wolf, selbst frher aktiver Hockeyspieler beim Bundesligisten Rot-Wei Kln, erinnerte an den Boom im Handball nach dem Gewinn des WM-Titels im letzen Jahr. Besonders wichtig sei im Kindes- und Jugendalter aber die Frderung und Schulung der Motorik, unabhngig von der Sportart. Sport diene auch der Gesunderhaltung und die besonderen Merkmale des Sports wie Leistungsbereitschaft, Disziplin, Zeitmanagement, Teamgeist und Fair-Play sind auch fr viele Arbeitgeber entscheidende Einstellungskriterien. Dieter Schtz regte in diesem Zusammenhang eine tgliche Sportstunde in der Grundschule an, um dem offensichtlichen Bewegungsmangel vieler Kinder entgegenzuwirken und motorische Fhigkeiten ber den Spa am Sport zu entwickeln. Otto Wilke erinnerte an die groen Anstrengungen, die bis zur Zertifizierung als Eliteschule ntig waren. Voraussetzung dafr sei unter anderem die Konstituierung als kooperative Gesamtschule gewesen. Bis zur nchsten Prfung im Jahr 2010 msse man gemeinsam daran arbeiten, den Status mit guten schulischen Leistungen und natrlich sportlichen Erfolgen der Leistungssportler zu erhalten. In der noch jungen Kooperation der Schulen sind bereits gemeinsame Aktivitten geplant, die auch in diesem Winter umgesetzt werden. Das Projekt ist kein Selbstlufer, betonte Dr. Wolf und ergnzte der Schulterschluss muss bewahrt werden. Sein Dank galt den Verbnden und Vereinen, die mit viel ehrenamtlichem Engagement im Sport vieles erst mglich gemacht haben.