Infoveranstaltung an der UPS - Erwachsene müssen Medienkompetenz steigern

Wie lange darf mein Kind ins Internet? Sind Computerspiele schädlich? Welche Grenzen gilt es zu setzen? Diese Fragen stellen sich Eltern immer häufiger, wenn es um das Thema Computer und Internet geht. Die neuen Medien gehören inzwischen zum unverzichtbaren privaten, beruflichen und schulischen Alltag. Doch immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen Computer und Internet in exzessiver Form. Studien belegen, dass zwischen drei und zwölf Prozent der Internetnutzer als süchtig eingestuft werden. Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) hat daher mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse eine Veranstaltungsreihe initiiert, um Eltern und Schüler für das Thema Computersucht zu sensibilisieren.

Die hessenweite Veranstaltungsreihe machte auch an der Uplandschule in Willingen Station. Ein Vortrag vom Berliner Medienexperten Thomas Feibel wurde vom „Runden Tisch Suchtprävention“ und der Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg organisiert.
Die Veranstaltung richtete sich im Besonderen an Eltern und interessierte Erwachsene. Darüber hinaus hat Feibel die Schüler der achten Klasse über das Thema Computer- und Internetsucht informiert und über Erlebnisse der Schüler im Internet diskutiert.

Bei einer Pressekonferenz, an der auch die UPS-Lehrer Birgit Schütz und Herbert Hellwig sowie Ralf Schulte (Fachstelle für Suchtprävention) und Jugendarbeiter Uli Faß-Gerold teilnahmen, wurde deutlich, dass Computer und Internet für Kinder und Jugendliche zur Selbstverständlichkeit geworden sind, während die Eltern mit den neuen technischen Entwicklungen nicht Schritt halten können. Folge ist eine Sprachbarriere zwischen Eltern und Kindern, die sich bei Problemen in der virtuellen Welt allein gelassen fühlen. Und die Probleme reichen von sexueller Belästigung oder Mobbing in Chats bis hin zu anderen Risiken im Netz wie Online-Betrügereien. Eine dauerhafte psychische Schädigung sei möglich. Die Folgeprobleme sind im Unterrichtsalltag schon in den fünften Klassen erkennbar, auch an der Uplandschule, wobei dies nicht ausschließlich auf den Medienkonsum zurückzuführen sei. Insgesamt lasse die Konzentrationsfähigkeit nach und das Aggressionspotential sei höher, Mobbing nehme zu, berichtet Birgit Schütz aus dem täglichen Schulalltag. Die Erwachsenen müssen ihre Medienkompetenz steigern, so der einhellige Tenor, um die Kinder in den Medienerlebnissen abholen zu können. Dies bestätigt auch der Experte Thomas Feibel, da sonst die inneren Konflikte nicht gelöst werden könnten.

„Wir möchten mit dieser Veranstaltungsreihe Unwissenheit und Berührungsängste abbauen. Weiterhin ist es unser Anliegen, Schülern einen verantwortungsvollen Umgang mit Computer und Internet zu vermitteln", bemerkt Ralf Schulte von der Fachstelle für Suchtprävention.

Weitere Informationen:

Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg Ralf Schulte, Tel. 05631 - 6 03 30  Internet: www.dwwf.de