
Am 1. August hat Taxifahrer Gustav Wechsel sein 30-jähriges Berufsjubiläum gefeiert. In den drei Jahrzehnten hat er eine Menge erlebt, der Job hat ihm viel Freude bereitet.
Angefangen hat alles im Jahr 1977. Der gelernte Kfz-Mechaniker aus Heringhausen am Diemelsee trat damals seine erste Stelle als Taxifahrer beim Taxiunternehmer Wolfgang Koch an. Die Zentrale des Unternehmens war damals in der Schwalefelder Straße, sein erster Dienstwagen war ein Mercedes 200 D. „Ich habe damals einen Personenbeförderungsschein gemacht, eine Ortskundigkeitsprüfung, wie sie die Kollegen heute benötigen gab es damals noch nicht“, erzählt Gustav Wechsel.
1980 hat dann Klaus Beck das Unternehmen übernommen. Neuer Sitz war das Haus Steffen, heute Pension Volkenrath, ebenfalls in der Schwalefelder Straße. Schon seit Beginn der achtziger Jahre hat Gustav Wechsel das Unternehmen im Namen von Klaus Beck geführt. Im Januar 1983 wechselte der Standort von Taxi Beck an den Willinger Bahnhof, wo es seinen Sitz noch heute hat. „Das war damals natürlich ein idealer Platz für uns“, erinnert sich Gustav Wechsel. Schließlich hat er in den vergangenen 30 Jahren die Entwicklung Willingens miterlebt. Immer mehr Gäste kamen an den Wochenenden mit dem Zug. Die konnten somit natürlich direkt in die wartenden Taxen einsteigen und zu ihren Zielen gefahren werden. Damals standen zwei Kleinbusse und drei PKW für die Personenbeförderung zur Verfügung.
1996 wurde das Taxunternehmen umfirmiert und trägt seitdem den Namen Taxi Wechsel. Ein Name, der seither für Zuverlässigkeit, Qualität und Sicherheit steht. Gemeinsam mit seiner viel zu früh verstorbenen Lebensgefährtin Marlies Pfeifer hat er das Unternehmen geführt.
In den achtziger Jahren war Taxi Wechsel der einzige Service vor Ort, der einen 24-Stunden-Service angeboten hat. Erst in den neunziger Jahren kamen ortsfremde Unternehmen hinzu, die allerdings nur an den Wochenenden gefahren sind, denn da gab es durch die Clubgäste viel zu verdienen. Oft hat er sich über seine Mitbewerber geärgert, die aufgrund von überteuerten Fahrpreisen, schlechtem Service und wenig kollegialem Verhalten dem Ansehen der Branche sehr geschadet haben. Mit den ansässigen Unternehmern hingehen verbindet ihn ein freundschaftliches Verhältnis. Dieses pflegt er auch mit seinen Stammkunden, die er noch persönlich besucht.
Wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang, dass Taxi Wechsel immer nach Uhr fährt und sich als zuverlässiger und seriöser Partner präsentieren möchte.
1996 zählten schon drei Busse und fünf PKW zur Flotte von Taxi Wechsel, die neben dem täglichen Betrieb auch Krankenfahrten- und AST-Sammeltaxifahrten abwickelten. Zu seinen festen Mitarbeitern zählte schon damals Edgar Zimmek, der vor vier Jahren den Betrieb mit seiner Frau Ulrike übernommen hat und das Unternehmen seitdem ganz im Sinne von Gustav Wechsel weiterführt. „Wir haben uns damals den Namen Taxi Wechsel aus wettbewerbsrechtlichen Gründen schützen lassen“, erklärt er, warum das Unternehmen auch heute noch den gleichen Namen trägt. „Ich habe das Untenehmen quasi 25 Jahre mit meiner Partnerin geführt. Da wurde es Zeit ein wenig kürzer zu treten und mehr Freizeit zu genießen“, begründet er den Schritt. Der Katzenliebhaber wandert gern, ist früher oft am Diemelsee geschwommen und möchte nun mehr Zeit an seinem liebsten Urlaubsziel, dem Wolfgangsee in Österreich verbringen.
Als Angestellter ist er aber weiterhin mit an Board, denn er fährt einfach sehr gern Taxi. Dabei hat er natürlich eine Menge interessanter Geschichte erlebt. So führte ihn zum Beispiel seine weiteste Fahrt in die italienische Hauptstadt, Rom. Unvergesslich ist ihm auch die Geschichte, als ihn eine nackte Frau auf der Straße anhielt. Ihr war ein Malheur passiert und wurde dann von Gustav Wechsel, natürlich vorher in eine Decke gehüllt, ins heimische Ruhrgebiet chauffiert.
Wie viele Kilometer er in dieser langen Zeit gefahren ist kann er nicht sagen, es wird ihn aber wohl mehrmals um den Erdball geführt haben. Mit seiner offenen und sympathischen Art hat er viele Freunde gewonnen und aufgrund seiner vorausschauenden Fahrweise ist ihm zum Glück noch nie ein Unfall passiert. Sein bekanntester Fahrgast war Michael Schanze, der einmal für einen Auftritt im Upland zu Gast war.
Auf die Frage, was er sich für die Zukunft wünsche, antwortet er Ganz spontan: „Dass ich weiterhin gesund bleibe, Zufriedenheit und Gottes Segen und dass ich noch viele, viele Jahre fahren kann.“ Taxifahren ist eben sein Leben.
„Ich möchte allen Kunden, all meinen Mitarbeitern für die vielen Jahre der treuen und fruchtbaren Zusammenarbeit ganz herzlich danken.“ Ein schönes Schlusswort. Bleibt uns nur noch übrig, zum Jubiläum die besten Wünsche zu übermitteln sowie alles Gute für die Zukunft zu wünschen und Danke zu sagen für 21-jährige Treue. Denn Taxi Wechsel ist seit der ersten Ausgabe von UPLAND-TIPS – bis zur heutigen Nummer 253 – treuer Anzeigenkunde.