Politiker im Porträt Detlef Ückert (SPD)

ueckert
Im „Reiterstübchen“ treffe ich mich zum Interview mit dem Kommunalpolitiker und Bömighäuser Ortsvorsteher Detlef Ückert. Der gebürtige Willinger ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder. Nach einer Lehrer als Zimmerer hat der stellvertretender Vorsitzende des Ländlichen Reit- und Fahrvereins eine zweite Ausbildung bei der Polizei angeschlossen und arbeitet seit 1977 im Verkehrsdienst der Polizeidirektion Korbach als stellvertretender Leiter des regionalen Verkehrsdienstes Waldeck-Frankenberg.
Neben Skilanglauf zählt ehrenamtliches Arbeiten zu seinen Steckenpferden. Der 56-jährige hatte sich neben der Politik in verschiedenen Bereichen engagiert und war unter anderem Schulelternbeiratsvorsitzender und auch im Landes- und Bundesschulelternbeirat tätig. Als Vorsitzender des örtlichen Schützenvereins, Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr und Vorsitzender des Ortsverbandes Upland der SPD bleibt ihm für den Reitsport selbst wenig Zeit.

? Herr Ückert, skizzieren Sie unseren Lesern bitte einmal Ihren politischen Werdegang?
! „Fünf Jahre nachdem ich im schönen Bömighausen gebaut habe, wurde ich dank der tollen Dorfgemeinschaft schnell integriert habe ab 1981 für vier Jahre das Amt des Ortsvorsteher ausgeübt. 1993 wurde ich zum stellvertretenden Ortsvorsteher und vor sechs Jahren erneut zum Ortsvorsteher gewählt. Bei der Kommunalwahl 2001 habe ich für das Gemeindeparlament kandidiert und bin von Listenplatz 21 auf 12 vorgerückt und war damit erster Nachrücker. 2006 ist mit der Sprung in das Gremium geglückt.“
? „Was gibt es Aktuelles aus dem Upländer Parlament: Welche Projekte stehen demnächst auf dem Programm und wo setzen Sie in Zukunft Schwerpunkte, Schwerpunkte auch ihrer Mitarbeit?
! „Leider werden wir auch in Zukunft viel Geld in der Erde verbuddeln müssen. Die gesetzlichen Bestimmungen lassen der Gemeinde keine Wahl, in Infrastruktur zu investieren. Es gibt aber nicht immer die erforderlichen Mittel und Zuschüsse. Das kritisiere ich. Die Gemeinde ist auf somit eigene Mittel angewiesen, die dann bei anderen, touristischen Investitionen fehlen. Ich denke da zum Beispiel an die Modernisierung des Haus des Gastes in Willlingen. Nicht zu vergessen sind Investitionen in Jugendarbeit und gruppenspezifische touristische Angebote in den Uplanddörfern. In Bömighausen ist unser Kleinsee eine Nische für Erholungssuchende, die es zu pflegen und verbessern gilt.“
? Das „Superbaujahr“ 2007: Neben privaten Investitionen hat auch die Gemeinde Willingen (Upland) durch Beschneiungsanlage und Kanalbauarbeiten in Willingen viel Geld ausgegeben. Befürchten Sie, dass kleinere Ortsteile auf der Strecke bleiben?
! „Nein, das ist nicht der Fall. In allen Ortsteilen ist viel Geld für verschiedene Projekte ausgegeben worden. Die Beschneiung ist absolut notwendig und die Kanalbauarbeiten ebenso. Bürgermeister und Gemeindevorstand haben immer an alle gedacht. Natürlich wünscht man sich für seinen Ort mehr, muss aber immer auch realistisch bleiben.“
? Wie beurteilen Sie als Fachmann die Verkehrsinfrastruktur im Upland?
! „Im Vergleich zu anderen Gemeinden hat Willingen eine viel befahrene Bundesstraße auf der viel Fernverkehr läuft zusätzlich kommt viel Ziel- und Quellverkehr durch die Gewerbebetriebe hinzu, deswegen wäre meines Erachtens nach eine Umgehungsstraße dringend erforderlich. Es wird aber durch das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht schneller gefahren, weniger oder mehr geblitzt als in anderen Orten. Die eine oder andere Verbesserung im Rahmen der verkehrsberuhigten Bereiche ist sicherlich notwendig. Grundsätzlich möchte ich aber an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer appellieren. Im Hinblick auf die künstliche Beschneiung und der zu erwartenden höheren Frequentierung der Lifte hege ich Zweifel im Punkto Parkplätze. Viele Parkplätze sind zugebaut worden. Das Thema ist in den letzten Jahren leider zugunsten anderer Projekte vernachlässigt worden. Besonders bei Großveranstaltungen und an einigen Skihängen im Winter sehe ich Parkprobleme auf uns zukommen.“
? Auch im Upland ist das Rauchverbot ein Thema. Zahlreiche Gastronomen befürchten Einbußen? Wie stehen Sie zu diesem Thema.
! „Ich selbst bin Nichtraucher und nicht begeistert, wenn mir jemand seinen Rauch ins Gesicht bläst. Ich meine aber, dass in der Gastronomie jeder Wirt selbst entscheiden sollte, aber deutlich machen muss , ob Raucher oder Nichtraucher willkommen sind. So kann auch der Gast entscheiden, was er möchte.“
? Als Bömighäuser Ortsvorsteher sind Sie in alle Abläufe des Ortes eingebunden. Was liegt den Bömighäusern besonders am Herzen oder wo drückt der Schuh?
! „Fangen wir mit unserem schon erwähnten See an. Er muss wieder als Badesse nutzbar gemacht werden. Dann kommen jede Menge Besucher ins Dorf. Die Planungen dafür sind auf einem guten Weg. Im nächsten Jahr soll ein Sandstrand angelegt werden.
Weiterhin machen mir die beiden Brücken im Ort Sorgen, da die Tragfähigkeit zu gering ist.
Das Dorgemeinschaftshaus bedarf einer neue Heizungsanlage, einer dringenden Renovierung sowie einem kleinen Umbau. Dank der guten Dorgemeinschaft, die schon in zahlreichen Stunden Eigenleistung einen sehr schönen Spielplatz gestaltet hat und der Bereitstellung von finanziellen Mittel können diese Aufgaben in naher Zukunft hoffentlich angegangen werden.“
? Welchen Traum oder welches politische Projekt möchten Sie noch gerne in Erfüllung gehen sehen?
! „Ich würde mir wünschen, dass das Gemeindeparlament über Parteigrenzen hinweg die notwendigen Entscheidungen zum Wohl der Großgemeinde trifft. Ich bin der Meinung, dass Parteipolitik nicht in unseren kleinen Ortsteile und auch nicht in das Gemeindeparlament gehört.“
? Herr Ückert, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

Sven Schütz